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Pleissner Guss

Bei 45 Grad in die Maschine

Farbeindringprüfung und Magnetpulverprüfung setzen vor allem eins voraus: rundum saubere Gussteile. Damit sie sich besser prüfen lassen, hat Pleissner Guss eine Waschmaschine besonderer Art angeschafft.

Die Anschaffung einer Waschmaschine gehört sicher nicht zu den ersten Vorschlägen, die einem für eine Gießerei einfallen. Pleissner Guss hat gleichwohl für die Endreinigung der bearbeiteten Gussstücke eine Maschine vom Typ RHM-4D angeschafft, die in der Mechanischen Bearbeitung ihren Platz gefunden hat. Die Gießerei will damit die Durchlaufzeiten ihrer Gussteile verkürzen und die Qualitätsprüfung erleichtern, wie Matthias Behrens (Leiter Mechanische Bearbeitung) im Interview mit der GMH-Mitarbeiterzeitschrift "glückauf" erläutert:

glückauf: Weshalb haben Sie sich eine „Waschmaschine“ angeschafft? Was muss von den Gussstücken abgewaschen werden?
Matthias Behrens: Zweierlei: der Schleifstaub vom Entgraten und die Rückstände, die vom Kühlschmierstoff und Öl stammen.

Wie groß ist die Maschine?
Behrens: 4,20 Meter auf 2,20 Meter auf 4,50 Meter. Ihre Höchstlast beträgt 7,5 Tonnen.

Da kann sie ja einiges aufnehmen. Wie muss man sich den Reinigungsvorgang vorstellen?
Behrens: Der ist relativ einfach: Die Gussstücke werden nach dem alkalischen Prinzip in zwei Schritten gereinigt. Der erste Schritt ist das Reinigen beziehungsweise Entfetten mit einem 45 Grad warmen Reiniger-Wassergemisch. Und im zweiten Schritt wird dann einfach nachgespült.

Die Gussteile werden sowohl von außen als auch von innen gereinigt. Mit welcher Technik?
Behrens: Die Reinigung von außen erfolgt mit einem rotierenden Bügel, an dem Düsen befestigt sind. Für die Reinigung der Innenbereiche fährt eine Sprühlanze in dem Gussteil auf und ab. Außerdem kann eine Sprühvorrichtung eingeklemmt werden, die die Verschmutzungen einfach herausspült.

Wie lange dauert eine Wäsche?
Behrens: Das können wir je nach Verschmutzung festlegen – bis zu maximal zehn Minuten.

Und wie werden die Werkstücke danach getrocknet?
Behrens: Nach dem Reinigen wird die Beladetür zur Hälfte geöffnet. Der Wasserdampf kann entweichen und durch die noch vorhandene Restwärme wird das Gussteil getrocknet.

Sie haben diese Reinigungsarbeiten bislang händisch erledigt. Wo liegen die Vorteile einer Maschine?
Behrens: Einer der Vorteile ist die Geschwindigkeit. Die Reinigungszeit ist jetzt wesentlich kürzer – was letzten Endes dazu beiträgt, dass die Gussteile schneller beim Versand sind. Viel wichtiger ist aber: Wir haben ein besseres Reinigungsergebnis als bei der händischen Reinigung – was sich für die nachgelagerten Arbeitsschritte immens auszahlt.

... die da wären?
Behrens: Unsere Qualitätsprüfung, die vor allem eine Oberflächenprüfung ist!

Welche Methoden wenden Sie an?
Behrens: Wir haben zum einen die Farbeindringprüfung, und wir haben die Magnetpulverprüfung. Jedes Gussteil muss diese Qualitätsprüfung absolvieren, bevor es für den Versand freigegeben werden kann. Je sauberer das Gussteil, desto effizienter die Prüfung. Dank besserer Reinigungsergebnisse haben wir jetzt vor allem keine Scheinanzeigen mehr, was zu klareren Ergebnissen und schnelleren Durchlaufzeiten führt – und letztendlich auch zu einem schnelleren
Versand.

www.pleissner-guss.de


Waschmaschine RHM-4D mit vorbereitetem Gussstück.

Pleissner Guss