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Grohmann-Holding

Neue Formanlage erweitert Produktspektrum

Die Grohmann-Holding, Bisingen, hat in den vergangenen Jahren immer wieder durch den Zukauf von Gießereien und Bearbeitungsbetrieben in Baden-Württemberg von sich reden gemacht. Jetzt haben die beiden Gesellschafter Hans-Peter und Wolfgang Grohmann mit dem Kauf einer großformatigen Formanlage für das Aluminiumsandgießen von Heinrich Wagner Sinto (HWS), Bad Laasphe, in eine nachhaltige Portfolio- und Kapazitätserweiterung investiert.

Standort der neuen HWS-Formanlage vom Typ SD-6 ist die Gusstechnik Schopfheim GmbH & Co. KG (GTS) in Schopfheim nahe Lörrach. Gemeinsam mit mehr als 100 Zulieferern, Mitarbeitern, Gießerei-, Banken- und Verbandsvertretern sowie einigen OEMs, feierte das mittelständische Familienunternehmen am 1. Juni die Inbetriebnahme der ursprünglich aus Schweden stammenden Anlage. Sie soll das Produktportfolio um großformatige Teile wie z. B. Kupplungsgehäuse, Ölwannen und GetriebeGetriebegehäuse erweitern. Im Fokus stehen Aufträge aus dem Großmotorenbau, der Elektroindustrie, dem Maschinenbau sowie aus der Nutzfahrzeugindustrie. In Schopfheim werden die Legierungen AlSi8Cu3, AlSi10Mg und AlSi7Mg vergossen. Die neue Anlage ersetzt eine alte kastenlose Formatik-Anlage, die in den kommenden Monaten außer Betrieb genommen wird.

Mehrere Mio. Euro hat sich die Gruppe die technische Aufrüstung kosten lassen. Mit den Kastenabmessungen 1660 X 860 X 350 X 350 mm ist die Fertigung von großdimensionierten Aluminiumgussteilen mit einem Gewicht von bis zu 200 kg möglich. Um die Fertigungskapazität voll auszunutzen, muss der bisherige Schmelzbetrieb, bestehend aus derzeit zwei Schachtschmelzöfen aber noch ergänzt werden. Bevor dies geschieht, wird im August ein Bearbeitungszentrum der Firma Heller, Nürtingen, vom Typ FP 10 000 in Betrieb gehen. Hier hat GTS nochmals Geld in die Hand genommen. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen 14 Bearbeitungszentren sowie einem Reinraum, in dem die Montage von Baugruppen durchgeführt wird, verfügt das Unternehmen damit über eine bemerkenswert hohe Wertschöpfungstiefe, die sich bezahlt macht: In Schopfheim, aber auch an anderen Grohmann-Standorten, konnten zuletzt sehr gute Wachstumsraten verzeichnet werden. Weitere wesentliche Investitionen flossen in den vergangenen Jahren u. a. in die Schopfheimer Kernmacherei.

In seiner Rede zur Einweihung der neuen Formanlage konnte GTS-Geschäftsführer Jörg Krause dann stolz anmerken, dass auch bei dem neuen Produktportfolio die komplette Wertschöpfungskette abgesichert sei. Der Geschäftsführer des südbadischen Unternehmens lobte zudem das schwäbische Fundament der Grohmann-Holding, die Investitionen mit Augenmaß freigebe. Auf Jörg Krauses Begrüßungsrede folgte ein Redebeitrag von Hans-Peter Grohmann, Geschäftsführer der Grohmann-Holding und Präsidiumsmitglied im Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e. V. (BDG). Grohmann beschrieb die eindrucksvolle Geschichte seines Unternehmens in den vergangenen 25 Jahren: Als der Vater 1991 starb, stieg Hans-Peter Grohmann in die Geschäftsführung ein. Nach Abschluss seines Studiums trat 1997 auch sein Bruder Wolfgang in das Unternehmen ein, der seitdem den technischen Bereich verantwortet. 2004 nahm die Firmengeschichte mit der Übernahme einer Sandgießerei in Mühlacker Fahrt auf. Der Standort Schopfheim – ein Zukauf vom Industriekomponentenhersteller Gardner Denver, Milwaukee, USA – kam nach der entbehrungsreich überstandenen Finanzkrise 2010 dazu. Die letzte Akquisition, auf welche die Grohmann Gruppe zurückblicken kann, ist die heutige MGH Guss Tec in Hirrlingen aus dem Jahr 2014, wo die Sandgussprototypenfertigung angesiedelt ist. Die Belegschaft wuchs zwischen 1991 und 2017 von 120 auf gut 550 Mitarbeiter (GTS: 170), die Fertigungskapazität von rund 1200 auf 5000 t pro Jahr und der Umsatz von 11 Mio. Mark auf jetzt mehr als 80 Mio. Euro. „Mit dieser Investition sind Grohmann und Gusstechnik Schopfheim gut aufgestellt, und sie ist auch ein klares Bekenntnis zum Standort Schopfheim“, betonte Hans-Peter Grohmann am Schluss seiner Rede.

BDG-Hauptgeschäftsführer Max Schumacher bestärkte die Grohmanns anschließend in ihrer Investitionsbereitschaft und betonte: „Wir müssen den Fortschritt formen und uns permanent bewegen.“ Deutschland sei zwar bei der Wettbewerbsfähigkeit weltweit von Platz 6 auf Platz 13 abgesackt, der Mittelstand hierzulande sei jedoch nachhaltig und stabil und sorge weiter dafür, dass Guss ein starkes Stück Zukunft bleibe. Schumacher ergänzte, dass angesichts der Rekorde bei den Fertigungsvolumina im Nicht-Eisen-Gießereibereich der Zeitpunkt für die Investition günstig sei. Im vergangenen Jahr seien insbesondere beim Fahrzeugbau sowie in der Luft- und Raumfahrt Zuwächse erzielt worden. Die Vorzeichen für weiteres gesundes Wachstum in der Grohmann Gruppe mit ihren schwäbischen Wurzeln seien also gut, schloss der BDG-Hauptgeschäftsführer.

Mit einer Werksführung und der symbolischen Inbetriebnahme der Anlage durch Hans-Peter Grohmanns Tochter Annika endeten die Feierlichkeiten. „Die neue Formanlage wird für neue Mitarbeiter und neue Kunden sorgen, die wir wegen der Begrenzung unseres Produktspektrums bisher nicht erreichen konnten“, so der abschließende optimistische Ausblick von GTS-Geschäftsführer Jörg Krause.

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Videoclip über die feierliche Inbetriebnahme der neuen Formanlage


Inbetriebnahme der HWS-Formanlage durch Annika Grohmann. An ihrer Seite: Hans-Peter Grohmann, Jörg Krause und Wolfgang Grohmann (v. l. n. r.).

Foto: BDG, Piterek