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45. Aachener Gießerei-Kolloquium: Altes Eisen neu entdeckt

Das Motto des 45. Aachener Gießerei-Kolloquiums hieß „Gusseisen – Hochleistungswerkstoff auf neuen Wegen“. Tatsächlich schaffte es die Tagung, Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zu vereinen.

An zwei Tagen stellten Forscher und Praktiker ihre Themen zum Gusseisen vor. Frage jeweils: Wie lässt sich der Werkstoff optimal nutzen? Foto: Martin Vogt

„Gusseisen ist ja kein neuer Werkstoff. Die Innovation findet woanders statt. Für uns ist kein Platz – wenigstens nicht in den Schlagzeilen“, moderierte Prof. Dr. Andreas Bührig-Polaczek die Tagung an, betonte aber gleichzeitig den hohen Stellenwert des Materials speziell in Deutschland. „Wir sind Weltmarktführer, was Produktivität und Qualität angeht.“ Und immerhin: Bisweilen schafft es das Thema dann doch in die Presse – wenn etwa eine gegossene Bremsscheibe den Innovationspreis gewinnt. Es gibt sie also doch, die Innovation beim Gusseisen.

Metathema „Austausch“ - damit hatte der Institutsleiter den thematischen Rahmen der 2019er Veranstaltung gesetzt. Natürlich geht es darum, bei dem lange bekannten und vielfach genutzten Werkstoff noch neue Facetten zu entdecken und die Eigenschaften des Werkstoffs gezielt in neue Richtungen zu erkunden. Gleichzeitig dient die Forschung in Unternehmen und Wissenschaft – idealerweise, wie ja auch in Aachen, im Verbund - auch dazu, den hohen Standard des Wissensstandortes Deutschland aufrechtzuerhalten. Vor dem Überblick über die Vorträge, die zweifellos eindrucksvoll diesen Anspruch untermauerten, sei noch ein weiterer Aspekt erwähnt, der sich gewissermaßen als Metathema durch die zweitägige Konferenz zog. Viele Referenten nannten die Stichworte „Verknüpfung“, „verstärkten Austausch“ oder auch „Vertrauen schaffen“ als eine zentrale Zukunftsaufgabe. Gemeint ist damit die Zusammenarbeit von Konstruktion, Guss und Prüfung.

Dr. Ingo Steller/Martin Vogt


 
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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 4/2019 Seiten 22-25
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