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Bedplate-Bearbeitung für Porsche bei der KS ALUMINIUM-TECHNOLOGIE AG

Die KS Aluminium-Technologie AG liefert bereits seit 2002 fertig bearbeitete V8-Zylinderkurbelgehäuse an Porsche. Der im Geländewagen Cayenne S, Cayenne Turbo und seit kurzem auch im Cayenne GTS zum Einsatz kommende Motorblock wird im Niederdruckgießverfahren gegossen, vorbearbeitet und schließlich als Einheit mit dem Bedplate fertig bearbeitet an Porsche geliefert.

Cayenne S

Cayenne Turbo

Cayenne GTS


Aufgrund des positiven Projektverlaufs für den V8-Ottomotor mit 4,5-l- Hubraum hat sich die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit beim kürzlich neu auf den Markt gekommenen 4,8-l-Hubraum-Motor entschieden. Neu ist, dass die Bedplates nun ebenfalls von der Atag gegossen und vorbearbeitet werden. Dabei erreichte ihre Qualität bereits zum Produktionsstart trotz kurzer Entwicklungszeit schnell den gesteckten Zielkorridor und schnitt damit besser ab als die vorher zugekauften Teile.

Ursprünglich war das Bedplate mit Beginn der Kurbelgehäuse-Lieferungen der zweiten Generation bis September 2006 ebenfalls ein Zukaufteil. Aufgrund der angespannten Qualitäts- und Liefersituation beim zugekauften Bedplate erhielt der Spezialist aus Neckarsulm jedoch zusätzlich den Auftrag für die Herstellung der Bedplates. Innerhalb kürzester Zeit wurde daraufhin die Produkt- und Prozessentwicklung betrieben, so dass der Serienfähigkeitsnachweis bereits nach fünf Monaten vorlag.

„Mit der Fertigung der Bedplates liegt die komplette Wertschöpfungskette – sprich Guss, Vorbearbeitung und Fertigbearbeitung eines kompletten Kurbelgehäuses inklusive der Montage bestimmter Anbauteile wie Schrauben, Stifte und Dichtungen – nun bei uns“, so Horst Binnig, Vorstandsvorsitzender der KS Aluminium-Technologie AG.
Aufgrund des hohen Leistungsanspruchs ist das Herstellverfahren nicht das für diese Bauteile übliche Druckgießverfahren, sondern das Niederdruck-Kokillengießen. Vergossen wird die Legierung EN AC-AlSi7Mg0,3, die anschließend lösungsgeglüht, abgeschreckt und warmausgelagert wird.

Der 4,8-l-V8-Motor des Cayenne S

Die V8-Ottomotoren-Generation wurde seit Serienstart für den Einsatz im Porsche Cayenne konsequent weiterentwickelt. Wesentliche Zielsetzung bei der Überarbeitung dieser Motoren war neben einer Erhöhung der spezifischen und absoluten Motorleistungswerte eine deutliche Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs unter kundenrelevanten Betriebsbedingungen. Darüber hinaus sollten zusätzliche Gewichtspotentiale erschlossen werden, ohne die Robustheit und Langlebigkeit des Ottomotors zu beinträchtigen.

Den Porsche- und Atag-Entwicklern ist es innerhalb dieser Entwicklung gemeinsam gelungen, dieses Ziel zu erreichen und das Gewicht des neu entwickelten Zylinderkurbelgehäuses (ZKG) signifikant zu reduzieren. Realisiert werden konnte dies sowohl durch gießtechnische Maßnahmen am Zylinderkurbelgehäuse als auch durch konzeptionelle Änderungen am Motor selbst. So wurden beispielsweise die Kurbelwellen beim ZKG der ersten Generation noch durch eingegossene Gusseiseneinleger gelagert, bei der zweiten Generation entfallen diese. Stattdessen werden die Kurbelwellen „im Gussteil “ selbst gelagert, was höchste Ansprüche an Gießtechnik und Qualität stellt.

Beim Motorblock des neuen Porsche V8-Motors handelt es sich wie bei der ersten Generation um eine zweiteilige, äußerst steife Konstruktion, bestehend aus ZKG-Oberteil und Bedplate. Dabei wird das ZKG-Oberteil in Closed-Deck-Bauweise in der bewährten Alusil-Legierung im Niederdruck-Kokillengießverfahren gegossen. Das Gehäuse ist stabilisiert, das heißt, es kommt eine T5-Wärmebehandlung zur Anwendung.

www.kspg-ag.de

Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, Redaktion kug.bdguss.de 2009 ®

 

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