Fachartikel

Eiseskälte macht Aluminium gefügig
VON MARTIN KUGLER, WIEN

Aluminium wird im Leichtbau von Autos immer wichtiger. Ein innovatives Verfahren, das am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen entwickelt wurde, eröffnet völlig neue Einsatzgebiete.

Bei tiefen Temperaturen lässt sich Aluminium leicht verformen, ohne dass sich die Mikrostruktur verändert. FOTO: AIT/LKR/ZINNER

Der Verkehrsbereich zählt in Sachen Klimaschutz zu den größten Problemfeldern. In Österreich verursacht der Verkehr fast ein Drittel aller Treibhausgasemissionen – der Wachstumstrend ist im Gegensatz zu anderen Sektoren ungebrochen. Eine der Stoßrichtungen, um hier voranzukommen, ist der Leichtbau von Fahrzeugen. Denn: Je mehr Gewicht ein Fahr- oder Flugzeug hat, umso mehr Energie muss aufgewendet werden, um es zu bewegen. Eine Gewichtsreduktion senkt also den mit dem Verkehr verbundenen CO2-Ausstoß (oder auf E-Mobilität bezogen: steigert die Reichweite der Fahrzeuge).

Aluminium ist als Werkstoff für den Fahrzeugbau daher auch in Zukunft immer wichtiger: Seit den 1970er-Jahren hat sich der Aluminiumanteil im deutschen Automobilbau von 2,5 kg auf 140 kg pro Neufahrzeug im Jahr 2012 gesteigert und wird im Jahr 2020 160 bis 180 kg erreichen. „Der größte Vorteil gegenüber dem ‚Hauptkonkurrenten‘ Stahl ist mit Sicherheit die geringe Dichte. Sie entspricht nur etwa einem Drittel von Stahl“, erläutert Florian Grabner, Forscher am AIT Austrian Institute of Technology. Die Be- und Verarbeitung ist an sich nicht schwieriger als die von Stahl. Allerdings sind wegen einer grundlegend anderen Mikrostruktur die mechanischen Kennwerte von Aluminiumlegierungen, z. B. die Festigkeit oder die maximal mögliche Dehnung, zumeist niedriger als jene von Stahl. „Diese mechanischen Kennwerte sind aber ausschlaggebend beim Herstellen von Blechbauteilen“, so Grabner, der am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen, einem Tochterunternehmen des AIT, eine Projektserie mit dem Titel „KryoAlu“ leitet. Darin wird gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie ein neues Verfahren zur Verformung von Aluminiumblechen entwickelt, das bisherige Schwierigkeiten umgeht.

Martin Kugler, Redakteur Wissenschaftskommunikation, AIT Austrian Institute of Technology GmbH



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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 7-8/2020 Seiten 72-73
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