Fachartikel

Fahrwerkslenker aus Guss – die wirtschaftliche Leichtbaulösung
von Guido Rau, Schaffhausen, Schweiz

Hohe Sicherheit und Fahrfreude – das ist das Spannungsfeld, in dem sich Fahrwerksingenieure bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge bewegen. Eine Vielzahl von Lenkern tragen in Fahrwerken dazu bei, diese Ziele konsequent zu erreichen. Doch auch Umwelt und Wirtschaftlichkeit dürfen bei der Konzeptfindung nicht zu kurz kommen. Das Herstellverfahren des Gießens hilft hier mit seiner Formfreiheit, das Material an die richtige Stelle zu bringen.

Lenkergussteil aus Gusseisen mit Kugelgraphit
Bild: Lenkergussteil aus Gusseisen mit Kugelgraphit für eine Verbundlenkerachse (Foto: Georg Fischer Automotive)

Ob durch leichte Hohlbauweise oder durch hohe Integration von Funktionen – Gusslenker haben sich im Leichtbau bewährt. Ein breites Spektrum von Werkstoffen – vom Aluminium über hoch festes Gusseisen mit Kugelgraphit bis hin zum noch festeren Austempered Ductile Iron (ADI) – bietet sowohl im Pkw als auch im Lkw die richtige Lösung an. Gusslenker übertragen die im Fahrbetrieb auftretenden Kräfte betriebssicher und zeigen durch ihr duktiles Verhalten im Fall der Fälle die gewünschte Crashperformance.

Das Herstellungsverfahren des Gießens stellt eine äußerst wirtschaftliche Möglichkeit dar, solche Aufgaben in Leichtbauweise zu lösen. Da das Metall in flüssigem Zustand geformt wird, kann man fast beliebige Querschnitte und Formen schnell und sicher in Großserie darstellen. Durch Kerne lassen sich sogar Hohlprofile darstellen – eine wichtige Formfreiheit, wenn man hoch belastete Bauteile leicht gestalten will. Gleichzeitig lassen sich die Wanddicken einfach an die Belastungen anpassen. Das Material wird dort eingesetzt, wo es sinnvoll ist – ein wichtiger Schlüssel für Leichtbau. Sowohl bei der Material­- als auch der Verfahrensauswahl bietet das Gießen ein sehr breites Spektrum an.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Guido Rau, Leiter der Produktentwicklung bei Georg Fischer Automotive, Schaffhausen, Schweiz

 

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