Fachartikel

GOPAC C 500 F – Gusswerkstoff für den Maschinenbau mit höherer Festigkeit und Bruchdehnung bei sehr homogener Härteverteilung
von Klaus Herfurth, Solingen, Ralf Gorski, Klaus Beute und Marcus Hering, Siegen

Das Unternehmen Power-Hydraulik GmbH, Sulz am Neckar, hat mit verschiedenen Stranggusswerkstoffen schon seit langem beste Erfahrungen gemacht. Für höhere Innendrücke im Bereich von 350 bis 420 bar waren die vorhandenen Gusswerkstoffe aber nicht geeignet. Die Gontermann-Peipers GmbH, Siegen, als Produzent und Lieferant für Gusseisen-Stranggusshalbzeug entwickelte deshalb die neue Gusseisen-Stranggusssorte mit der Bezeichnung Gopag C 500 F, um damit auch Schmiedestahl bei höheren Innendrücken substituieren zu können.

Hydrauliksteuerblöcke enthalten im Inneren ein umfangreiches miteinander verflochtenes Kanalsystem
Bild: Hydrauliksteuerblöcke enthalten im Inneren ein umfangreiches miteinander verflochtenes Kanalsystem, welches durch Bohren hergestellt wird – für diese umfangreichen Ausbohrarbeiten eignet sich wegen seiner sehr guten Zerspanbarkeit und herausragenden Festigkeitseigenschaften besonders der neue Stranggusswerkstoff Gopag C 500 F. (Foto: Gonterrmann-Peipers)

Basis der neuen Werkstoffentwicklung ist ein Gusseisen mit höherem Siliciumgehalt, das im neuen Normenentwurf prEN 1563:2010 für Gusseisen mit Kugelgraphit auch als genormter Werkstoff EN-GJS-500-14 aufgenommen wurde. Mit diesem Werkstoff lassen sich Festigkeit und Bruchdehnung ohne teure Legierungselemente verbessern.

Das Unternehmen Power-Hydraulik GmbH setzte den neuen Werkstoff Gopag C 500 F erfolgreich für einen Hydraulikblock ein. Das Vormaterial von Gontermann-Peipers konnte optimal in die vorhandene Prozesskette eingegliedert werden. Die in der Fertigung erzielten Vorteile, wie ein deutlich schnelleres Bohren, ein geringerer Werkzeugverschleiß und eine höhere Prozesssicherheit, brachten das Unternehmen Power Hydraulik dazu, diesen neuen Werkstoff auch für Hydraulikblöcke mit einem Nenndruck bis 420 bar einzusetzen und so die Probleme mit dem bei diesen Drücken an seine Grenzen stoßenden Werkstoff GJS-400-15 zu lösen.

Autoren: Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Herfurth, freiberuflicher Ingenieur, Solingen, Ralf Gorski, Geschäftsführer, Dipl.-Ing. Klaus Beute, Projektleiter Behälterfertigung, und Marcus Hering, Qualitätsstellenleiter Werk Hain, Gontermann-Peipers GmbH, Siegen


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