Fachartikel

Gusseisen mit Vermiculargrafit. Teil 4: Energie und Zerstörung
von Milan Lampic, Marburg, und Marc Walz, Stadtallendorf

Nach der Definition der Energie als Eigenschaft sich bewegender Teilchen und Teilchenverbunde werden zwei Konzepte des Zerstörungsmechanismus von Bauteilen beschrieben: das Lebensdauerkonzept und die Bruchmechanik.

Modell zur Ermittlung der Lebensdauer einer Schweißverbindung; Spannungskonzentrationen um die Spitze eines gedachten Risses.
Bild: Modell zur Ermittlung der Lebensdauer einer Schweißverbindung; Spannungskonzentrationen um die Spitze eines gedachten Risses. Grafik: Fraunhofer IWM

Das Lebensdauerkonzept ist „stofflich" orientiert und verbindet im Zerstörungsprozess Zeit, Temperatur und Druck zum Trennen von Verbindungen zwischen den Atomen in einem Kristallgitter. Es enthält keine „Fehler", sondern Variablen in Form von Bindungsverhältnissen. Das Konzept gehört in den Bereich der Grundlagenforschung. Die Bruchmechanik ist „gegenständlich" konzipiert und gehört mit ihrer Sorge um die Sicherheit von fehlerbehafteten Bauteilen in den Bereich der Ingenieurwissenschaften. Mit ihren Konzepten beschreibt sie die Zerstörung fehlerbehafteter Komponenten und liefert Zähigkeitskriterien mit dem Ziel, eine Zerstörung zu vermeiden.

Beide Konzepte können also unterschiedlicher nicht sein und dennoch ergänzen sie einander. Einen Modus aktiver Koexistenz kann die vorliegende Veröffentlichung nicht schaffen, jedoch zum Verständnis der Dinge beitragen, das noch Einiges zu wünschen übrig lässt. Darauf zumindest lässt die mangelhafte Sorgfalt schließen, mit der die europäische Normung sie angeht.

Dr.-Ing. Milan Lampic, Marburg, und Dipl.-Ing. Marc Walz, Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG, Stadtallendorf

 
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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 6/2014, Seiten 68-81
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