Fachartikel

Gusseisen mit Vermiculargrafit. Teil 1: Definition, Geschichte, Herstellung, GJV als „grüner Werkstoff“
von Milan Lampic, Marburg, und Marc Walz, Stadtallendorf

GJV, eine Laune der Natur, rief die Wissenschaftler auf den Plan und eine weitere Laune – ob man es glaubt oder nicht – machte es indirekt zum Politikum. Der Motorenbau in Deutschland verlangte den Werkstoff schon Mitte der 1980er Jahre, und die Gießer schöpften danach aus überwiegend ausländischen Quellen. Nun ist,  ganze 40 Jahre nach den ersten Schritten zur Erforschung des kompakten (vermicularen) Grafits durch den jungen H. Morrough,  GJV auch in Deutschland genormt (DIN EN 16079) und etabliert. Der Bereich der Eigenständigkeit des GJV zwischen GJL und GIS ist durch dessen eigentümlich-charakteristisches Erstarrungsverhalten definiert. Innerhalb dieses Bereichs vereinigt GJV gewissermaßen die Eigenschaften der Nachbarwerkstoffe.

Versuch zur Herstellung von Gusseisen mit Vermiculargrafit (GJV) bei der Fritz Winter Eisengießerei & Co. KG mit dem Kupolofen
Bild: Versuch zur Herstellung von Gusseisen mit Vermiculargrafit (GJV) bei der Fritz Winter Eisengießerei & Co. KG mit dem Kupolofen, Foto: M. Lampic

In der Gießerei Fritz Winter in Stadtallendorf wurden die Prozessparameter experimentell innerhalb des Systems Mg0-Si0,-Fe0 formuliert, und schließlich ebnete das Erstarrungsverhalten des GJV selbst den Weg zur Einführung eines bis an die Narrensicherheit grenzenden Herstellverfahrens. Heute nach 40 Jahren Entwicklung, über die in diesem Beitrag berichtet wird, hat Gusseisen mit Vermiculargrafit (GJV) seine Nische längst verlassen, ist auch nicht mehr bloß Alternative, sondern Notwendigkeit und wurde zum „grünen" Konstruktionswerkstoff schlechthin.

Dr.-Ing. Milan Lampic, Marburg, und Dipl.-Ing. Marc Walz, Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG, Stadtallendorf.


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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 1/2014, Seiten 214-227
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