Fachartikel

Mehr Fertigteile pro Maschine und Schicht
von Ralf Gorski und Friedemann Dörfer, Siegen

Während der Durchführung von Bohrversuchen bei verschiedenen Kunden zeigte sich, dass die Datenblätter von Werkzeugherstellern kaum spezifische Angaben zu den maximal möglichen Vorschüben und Schnittgeschwindigkeiten unterschiedlicher Gusswerkstoffe enthalten. Da diese in den letzten Jahren jedoch erheblich weiterentwickelt wurden und die Unterscheidung zwischen geglühten und ungeglühten Werkstoffen bisher nicht berücksichtigt wurde, werden bis heute erhebliche Leistungspotentiale bei der Zerspanung von Gusseisen mit Kugelgraphit (EN-GJS) verschenkt. Der Werkzeughersteller Kennametall erklärte sich bereit, im Entwicklungszentrum Fürth optimale Schnittdaten und Standzeiten von Werkzeugen für verschiedene Werkstoffsorten mit professionellen Maschinen und Methoden zu ermitteln, darunter auch den Gopag C 500 F der Gontermann-Peipers GmbH, Siegen, im Vergleich zum EN-GJS-400-15U, C45E und Hyt 60.


Versuchsaufbau für die Bohrungsversuche im KMT T&D Center, Fürth
Bild: Versuchsaufbau für die Bohrungsversuche im KMT T&D Center, Fürth. (Foto: Gontermann-Peipers)

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Gonterman-Peipers den Gopag C 500 F als Kokillenguss wie auch als Strangguss anbietet, eröffnen sich demnach für den Anwender enorme Einsparpotenziale gegenüber den anderen untersuchten Werkstoffen. Nach Erfahrungen von Gonterman-Peipers-Kunden, die durch den Einsatz der neuen Werkstoffsorte an Stelle von Schmiedestahl bis zu 30 % Gesamteinsparung genannt haben, ergeben sich somit reale Möglichkeiten, gegenläufige Kostenentwicklungen, bei z. B. Energie, Lohn oder Material, weit mehr als nur zu kompensieren, was auf lange Sicht einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Ralf Gorski, Geschäftsführer und Friedemann Dörfer, ehemals Gontermann-Peipers GmbH, Siegen


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