Fachartikel

Neue, hochinteressante Kugelgrafit-Gusswerkstoffe
von Klaus Vollrath, Aarwangen, Schweiz

Dank intensiver Gemeinschaftsarbeit in den Bereichen Werkstoffentwicklung und Normung gibt es seit kurzem eine neue Familie von Eisengusswerkstoffen mit hervorragenden Gebrauchseigenschaften, das siliziumhaltige Gusseisen mit Kugelgrafit, die bei der Heger Guss GmbH, Enkenbach-Alsenborn, unter der Bezeichnung Siron-Gusseisen geführt werden. Die neuen Werkstoffe, die sich insbesondere durch verbesserte Duktilität bei gleichzeitig hoher Festigkeit auszeichnen, füllen die Lücke zwischen den höherfesten Gusseisen mit Kugelgrafit und Stahlgusswerkstoffen. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften bieten sich die neuen Gusseisensorten für viele Aufgabenstellungen insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau als Alternative zu den üblichen Werkstoffen an. Ebenso geeignet erscheinen sie für viele Aufgabenstellungen, bei denen bisher bevorzugt Stahlblech-Schweißkonstruktionen Einsatz finden, da aufgrund ihrer Dünnwandigkeit die schlechter vergießbaren Stahlgussteile nicht zur Anwendung kommen können.

Rund 4 t wiegt diese aus Siron-Gusseisen EN-GJS-600-10 gefertigte Nabe für einen im Bergbau eingesetzten Radlader.
Bild: Rund 4 t wiegt diese aus Siron-Gusseisen EN-GJS-600-10 gefertigte Nabe für einen im Bergbau eingesetzten Radlader. Foto: K. Vollrath

Besonderes Augenmerk richtet man bei Heger Guss auf eine Sorte, die in der Mitte zwischen den beiden neuen Werkstoffen EN-GJS 500-14 und EN-GJS 600-10 anzusiedeln ist. Intern bezeichnet man diese als Siron GJS 550-12. Hierfür hat man eine Reihe von technologischen Prüfungen zur Ermittlung der Dauerfestigkeit mit Hilfe der dynamischen Prüfung der Zugdruckwechselfestigkeit (ZDW) nach der Forschungskuratorium Maschinenbau e.V. (FKM)-Richtlinie durchführen lassen. Dabei wurde ein wesentlich besseres Verhältnis von Zugfestigkeit zu Dauerwechselfestigkeit festgestellt als bei klassischem GJS. Bei einer durchschnittlichen Zugfestigkeit von 569 MPa (angegossene Probe) wurde eine Dauerfestigkeit von 246 MPa ermittelt, was einem Faktor von 0,43 entspricht. Bei herkömmlichen Gusseisen beträgt dieser lediglich 0,34.

Klaus Vollrath, Redaktionsbüro Vollrath, Aarwangen, Schweiz


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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 09/2013, Seiten 70-73
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