Fachartikel

Potenziale von Standard-Druckgusslegierungen – Qualität, Werkstoffkennwerte und Verarbeitbarkeit
von Klaus-Peter Tucan, Peter Hofer, Gerhard Schindelbacher, Peter Schumacher, Reinhold Gschwandtner, Leoben, Österreich

Gussteilen, insbesondere jenen, die in hoch produktiven Verfahren wie dem Druckgießprozess hergestellt werden, werden immer größere Anforderungsspektren und dadurch auch metallurgisch immer bessere Leistungsfähigkeiten abverlangt. Die Erreichung von mechanischen Mindestwerten, optimalen Oberflächen- und Bauteilqualitäten sowie eine Optimierung von Prozessen zur Reduktion von Kreislaufmaterialien und unnötigen Prozessbypässen stehen im Vordergrund.

„Eisenspinne" - veredelte EN AC-AlSi12Cu1(Fe) mit Eisennadeln.
Bild: „Eisenspinne" - veredelte EN AC-AlSi12Cu1(Fe) mit Eisennadeln. Foto: ÖGI

Gussmaterialien, also die Legierungen, sind in der Praxis meist in die Bereiche Standardlegierungen oder hochentwickelte Versuchslegierungen eingeteilt. Mit Standardlegierungen sind jene Legierungen gemeint, deren Zusammensetzung in der Norm DIN EN 1706 wiederzufinden ist. Im Zuge laufender Forschungsaktivitäten am Österreichischen Gießerei-Institut wurden die Legierungen EN AC-AlSi9Cu3(Fe) (VDS 226) und EN AC-AlSi12Cu1(Fe) (VDS 231) untersucht. Aufgrund ihrer guten Fließ- und Formfüllungseigenschaften bei gleichzeitig guten mechanischen Eigenschaften zählen diese beiden Legierungen zu den meistverwendeten Druckgusslegierungen. Ein Problem, welches sich bei der Verarbeitung dieser Legierungssysteme ergibt, ist die große Bandbreite der normgerechten Zusammensetzung sowie die Wechselwirkung der Standardlegierungselemente. Insbesondere die Legierungselemente Silizium, Eisen, Kupfer und Magnesium lassen große Variationsspielräume zu. Da sowohl die technologischen Eigenschaften, also z. B. Lunkerneigung und Vergießbarkeit, als auch die mechanischen Eigenschaften stark von diesen Elementen beeinflusst werden können, gilt ihnen ein Hauptaugenmerk bei den vorgestellten Untersuchungsergebnissen. Die Übertragung der Ergebnisse auf reale Gussteile im Druckgießprozess ist insbesondere für den Abgleich mit Realprozessen ein Kernthema.

Dipl.-Ing. Klaus-Peter Tucan, Dr.-Ing. Peter Hofer, Dipl.-Ing. Gerhard Schindelbacher, Prof. Dr.-Ing. Peter Schumacher und Ing. Reinhold Gschwandtner, Österreichisches Gießerei-Institut, Leoben, Österreich


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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 6/2015 Seiten 52-64
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