Fachartikel

Die Fertigung einer Rotorhohlwelle für eine
5 MW-Windkraftanlage – ein Projektbericht
von Tino Noack und Stefan Nelle, Coswig

Gießtechnische Entwicklung und Herstellung eines Prototypen für eine 5 MW-Offshore-Windkraftanlage, so lautete der Auftrag der Windkraftanlagenbauer Repower Systems AG, Hamburg, im Jahre 2003 an die Walzengießerei Coswig GmbH. Mit 35,5 t Gussgewicht und 26,4 t Fertiggewicht sollte es das bis dahin größte Gussteil aus Gusseisen mit Kugelgraphit (GJS) sein, das jemals in Coswig gefertigt wurde.

Die Montage des Lagers auf der Rotorwelle des Prototypenteils
Die Montage des Lagers auf der Rotorwelle des Prototypenteils für die im Offshore-Bereich eingesetzten Windenergieanlagen Repower 5M

 

Frühere Erfahrungen mit einem etwas kleineren Gussteil ähnlicher Geometrie haben gezeigt, dass das Fehlerpotential bei einer solchen Entwicklung recht groß sein kann und die Stimmen der Skeptiker wurden laut, dass das junge Projektteam dieser Aufgabe vielleicht nicht gewachsen sei.

Deshalb und aufgrund der Brisanz dieses Projektes war es sicher, dass die Erarbeitung der Gießtechnologie auf konventionellem Wege, d. h. in empirischer Vorgehensweise, wirtschaftlich und kundenorientiert nicht zu vertreten ist. Es war daher zwingend notwendig, die Gieß- und Erstarrungssimulation konsequent bei der Technologieentwicklung mit einzubeziehen und das erste reale Gussteil erst zu gießen, wenn laut Simulationsergebnis ein einwandfreies Gussteil zu erwarten war. Das ließ sich nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Projektteam der Walzengießerei Coswig und dem Konstruktionsteam von Repower-Systems verwirklichen.

Dipl.-Ing. Tino Noack, Produktmanager Handformguss/Leiter mechanische Bearbeitung, und Dr. Stefan Nelle, Leiter Entwicklung, Walzengießerei Coswig GmbH, Coswig

www.walze-coswig.de

Bundesverband der deutschen Gießerei-Industrie, Redaktion kug.bdguss.de 2009®

 

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