Fachartikel

Schneller Feinguss
von Michael Kügelgen, Grafschaft

Die Feingussindustrie boomt weltweit. Innovative Feingussteile werden zunehmend in medizinischen Implantaten und im Flugzeug- und Triebwerksbau aber auch im Leistungssport Golf benötigt. Wegen der großen Nachfrage muss zügig produziert werden, doch die langen Formschalentrocknungszeiten bremsen die Fertigung. Eine neue Technologie, die sich nicht nur für Rapid Prototyping, sondern auch für die Serienproduktion eignet, verkürzt die Trocknungszeiten deutlich.

Der konventionelle Trocknungsprozess von Gießtrauben, wie hier in einer ungarischen Feingießerei, dauert bis zu 24 Stunden pro Schicht. Die Trocknungstechnologie der MK Technology, Grafschaft, senkt die Trocknungszeit auf 30 Minuten.
Bild: Der konventionelle Trocknungsprozess von Gießtrauben, wie hier in einer ungarischen Feingießerei, dauert bis zu 24 Stunden pro Schicht. Die Trocknungstechnologie der MK Technology, Grafschaft, senkt die Trocknungszeit auf 30 Minuten. (Foto: Warren Richardson)

Der Durchbruch bei dieser Entwicklung gelang der MK Technology, Grafschaft, indem alle beim Feingießen üblichen sogenannten Trocknungsregeln bewusst ignoriert und folgender Weg beschritten wurde: Es wurde eine extrem turbulente Luftströmung mit Windgeschwindigkeiten von bis zu acht Metern pro Sekunde erzeugt. Dabei dreht sich die Traube langsam und kontinuierlich um die eigene Achse, um eine Gleichmäßigkeit der Anströmung zu erreichen – ähnlich einem Hähnchen in der Backröhre. Mit mittelwelligem Infrarotlicht wurde dabei eine prozessgünstige Temperatur von vorwählbaren 21 bis 25 °C festgelegt.

Das Ergebnis, erzielt mit Kenngrößen fernab der klassischen Feingießpraxis, war überwältigend. Trocknungszeiten von 24 Stunden pro Überzug konnten auf 30 Minuten reduziert werden, eine Schale mit sieben Schichten war in weniger als vier Stunden fertig. Diese Entwicklung, ursprünglich zur deutlichen Verkürzung von Produktions- und Lieferzeit gedacht, hat zudem weitere positive Auswirkungen auf Qualitätssteigerung und Kosteneinsparung.

Dipl.-Ing. Michael Kügelgen, Geschäftsführer der MK Technology GmbH, Grafschaft


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