Fachartikel

Topologieoptimierter Maschinenträger
Von Herbert Werner und Ingo Lappert, Meuselwitz

Die Meuselwitz Guss Eisengießerei GmbH, Meuselwitz, stellt heute mit modernsten Gießereianlagen in einer Hand- und Großgussformerei sowie einer mechanisierten Anlagenformerei Gussteile hoher Maßgenauigkeit und Oberflächengüte im Furanharz-Formverfahren bis 80 t Stückgewicht her. In den Jahren 1993 bis 2013 wurden dazu 65 Mio. Euro in die Modernisierung und den Ausbau des Unternehmens und speziell in den Bereich Groß- und Schwerguss investiert. Das Unternehmen berät seine Kunden bereits in der Konstruktionsphase, sodass sie ihre Konstruktionsteile optimal für den Gießprozess auslegen können. Das Gießen der einzelnen Teile erfolgt nach den Richtlinien und Kontrollvorschriften des Qualitätsmanagementhandbuches der Meuselwitz Guss Eisengießerei. Die hohe Reproduzierbarkeit von Werkstoffqualität und Werkstückbeschaffenheit ist ein Qualitätsmerkmal, für das die Mitarbeiter des Unternehmens garantieren.

Maschinenträger für Windkraftanlagen – links der herkömmliche Maschinenträger FWT 2000 und rechts der topologieoptimierte Maschinenträger FWT 3000.
Bild: Maschinenträger für Windkraftanlagen – links der herkömmliche Maschinenträger FWT 2000 und rechts der topologieoptimierte Maschinenträger FWT 3000. Foto: Meuselwitz Guss

Infolge des regen Austausches zwischen Konstruktion und Gießerei bei der Entwicklung eines neuen Maschinenträgers für Windkraftanlagen schon in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung konnten frühzeitig Problembereiche eliminiert und eine für beide Seiten sichere Fertigung erreicht werden. Dadurch wurde es möglich, einen Maschinenträger der nächst höheren Leistungsklasse mit der Größe und dem Gewicht der vorherigen kleineren Leistungsklasse zu fertigen (siehe Bild) und ihn somit ressourcenschonend herzustellen.

Um ähnliche Einsparungseffekte zu generieren, wurden bei einem anderen Windenergieanlagenhersteller erste Versuche unternommen, weitere Bauteile (Rotornabe und Maschinenträger) in einem mischkristallverfestigten Gusseisen mit Kugelgrafit abzugießen, was eine weitere Reduktion des Gewichts über geringere Wanddicken ermöglichte. Als Material kam hierbei der kundenspezifische Werkstoff Ferrocast zum Einsatz. Diese Teile befinden sich derzeit in der Erprobungsphase, wobei die nachgewiesenen Werkstoffeigenschaften im Bauteil bereits zur Bestellung einer Prototypenserie führten.

Dipl.-Ing. Herbert Werner und Dipl.-Ing. Ingo Lappat, Meuselwitz Guss Eisengießerei GmbH, Meuselwitz


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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 12/2014, Seiten 34-38
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