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Druckgusstag Schorndorf: Wandel in der Automobilbranche betrifft auch Druckgießer

Die Branche, so der Tenor auf dem 19. Druckgusstag des Verbandes deutscher Druckgießereien e.V. (VDD) im schwäbischen Schorndorf, steht vor verstärkten Herausforderungen. Insbesondere die unklare Zukunft der bisher verbrennergetriebenen Individualmobilität könnte viele Druckgießer betreffen, da Elektrofahrzeuge weniger Teile benötigen. Ins weitere Jahr geht der VDD mit einem neuen Vorsitzenden.

In den Pausen des Druckgusstages blieb Zeit für Fachgespräche vor den ausgestellten Exponaten. Foto: Martin Vogt

Zumindest das Ambiente des Druckgusstages, gekoppelt mit der 49. Mitgliederversammlung des VDD, war äußerst ansprechend: Frühlingshaftes Wetter in Schorndorf und dazu ein launiger Vorab-Abend mit heiterer Showeinlage, bestens organisiert von Maschinenbauer Oskar Frech, der auf das Branchentreffen einstimmte.

Ein Branchentreffen, das es inhaltlich durchaus in sich hatte und eine deutliche Botschaft vermittelte: Die Zukunft für Deutschlands Druckgießer wird anspruchsvoll. Das betrifft zunächst das Hauptmaterial und dessen Herkunft. Jörg Schäfer, Leiter Recycling und Nachhaltigkeit beim Gesamtverband der Aluminiumindustrie, referierte zum Thema Lieferketten und Zertifizierung. „Es war bis vor einigen Jahren üblich, solche Themen zu ignorieren. Aber die Herkunft und Verarbeitung von Rohstoffen wird zunehmend wichtiger“, analysierte Schäfer die steigenden Anforderungen der OEMs. „Selbst ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern muss sich dazu äußern.“ Selbstredend, dass das Zertifikat ASI (Aluminium Stewardship Initiative) die teilnehmenden Betriebe, so sagt Schäfer, „einen fünfstelligen Betrag“ kosten wird. Immerhin: Abgedeckt sind damit Themen wie Menschenrechte, Bio- Diversität, Emissionen, Abwässer, Geschäftsintegrität und weitere Kriterien - insgesamt 59. Bereits heute finden sich namhafte OEMs wie die BMW Group, Audi oder Jaguar/Landrover unter den Mitglieder von ASI, weitere werden sicher folgen.

Martin Vogt

 
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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 4/2019 Seiten 16-17
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