Fachartikel

Zinkdruckguss – vielfältig im Einsatz und innovativ in der Gießtechnik
von Dr. Sabina Grund, Düsseldorf

Zinkdruckgussteile sind oft die „Hidden Champions“: Man sieht sie nicht und doch sorgen sie dafür, dass Technik sicher funktioniert und oft genug auch dafür, dass Produkte höchsten Ansprüchen an Oberfläche und Design genügen. Die Vielfalt der Einsatzbereiche von Zinkdruckgussteilen und Innovationen in Verfahren und Produkten lohnen einer genaueren Betrachtung.

Zinkdruckguss erfolgt heute mit einem hohen Grad an Automatisierung. (Foto: BDG, Piterek)

In 2014 betrug die Weltzinkproduktion etwa 13,5 Mio. t – Tendenz steigend. Der mengenmäßig wichtigste Einsatzbereich von Zink ist der Korrosionsschutz von Stahl. Gut 50 % des weltweit gewonnenen Zinks werden zum Verzinken von Stahl eingesetzt. Die Bereiche Messing und Zinkdruckguss halten sich mit je 17 % die Waage. Zinkblech für den Einsatz an Dach, Fassade und in der Dachentwässerung sowie die Zinkverbindungen runden das Bild ab. Zinkdruckguss wird in Deutschland heute mit jährlichen Tonnagen deutlich über 70 000 t hergestellt – das entspricht rund 4 % der Weltproduktion an Zinkdruckguss.

Zinkdruckguss erfolgt heute mit einem hohen Grad an Automatisierung sowie mit ausgereiften Techniken zur Qualitätssicherung. Eingesetzt werden genormte Legierungen. Deren Basis bildet Feinzink mit einer Reinheit von 99,995 % Zink. Aluminium (3 – 4 %), Kupfer (bis 3 %) und Magnesium (<1 %) sind weitere Bestandteile, die erheblich das Eigenschaftsprofil der Legierungen beeinflussen. So verbessert Kupfer Zugfestigkeit und Härte, Magnesium verhindert interkristalline Korrosion und Aluminium begünstigt die Verarbeitbarkeit des Zinks sowie die wichtigsten Gebrauchseigenschaften wie Zugfestigkeit, Bruchdehnung und Schlagbiegezähigkeit. Gleichzeitig reduziert Aluminium bei Temperaturen unterhalb von 450 °C die Reaktivität eisenhaltiger Materialien im Kontakt mit der flüssigen Schmelze drastisch. Dadurch sind alle Zink-Aluminium-Legierungen im schnellen und hochproduktiven Warmkammer-Druckgießverfahren verarbeitbar. In Europa werden üblicherweise die Legierungen ZL 400, ZL 420 und ZL 430 eingesetzt. Für besonders dünnwandigen Guss wurden Legierungen mit besonders hoher Fließfähigkeit entwickelt.


www.initiative-zink.de



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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 12/2016 Seiten 80-83
© Giesserei-Verlag GmbH Düsseldorf
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