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Teil 3

3. Internationale VDI-Fachtagung

Podiumsdiskussion „Auswirkungen des Strukturwandels auf die Gießerei-Industrie“. Unter Moderation von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Martin Fehlbier, GTK – Universität Kassel und Dipl.-Ing. Jean-Marc Ségaud, BMW AG, Landshut, diskutierten Dr.-Ing. Lutz-Eike Elend, BMW AG, München, Dr.-Ing. Hubert Koch, TRIMET Aluminium SE, Essen, Prof. Dr.-Ing. Sven Roeren, HS Landshut, Dipl.-Ing. Ralph Wünsche, SAMSUNG SDI Battery Systems GmbH, Premstätten, Österreich.

Wie sieht die Zukunft der Automobilbranche aus? Werden die Hersteller im Zuge von Trends wie Vernetzung und autonomes Fahren weniger in klassische „Hardware“ wie Gießereianlagen investieren, sondern nur noch in „Bits und Bytes“ und den Rest den Zulieferern überlassen? Welche Auswirkungen hat der Strukturwandel auf die Gießerei-Industrie? Von BMW-Leicht- und Mischbauexperten Lutz-Eike Elend will Moderator Jean- Marc Ségaud wissen, was die OEMs in Zukunft erwarten und ob mit zunehmender Elektrifizierung und Digitalisierung der Leichtbau nicht an Bedeutung verlieren werde. Unstrittig ist für BMW-Mann Elend, dass mit Themen wie Digitalisierung und autonomes Fahren die Automobilindustrie vor großen Herausforderungen steht. Da stellten sich schon Fragen wie die nach der künftigen Gestaltung des Innenraums und den Auswirkungen auf den Karosseriebau. Andererseits würden Autohersteller durch strengere Emissions-Grenzwerte in neue Antriebskonzepte gezwungen und wollten diese auch selber entwickeln. Was den Karosseriebau betreffe, so gelte es, Komplexität aus der Strukturenfertigung herauszunehmen und mehr Flexibilität in die Fertigung zu bringen. Die so erzielten Kosteneinsparungen könnten der Finanzierung neuer Entwicklungen zugutekommen. Ein Gießer betreffender Teilaspekt der Entwicklung sei, dass Gusskomponenten künftig weniger in den Karosseriebau als solches gefügt, sondern als Systemkomponenten angeliefert würden.

Von der Notwendigkeit des Leichtbaus bleibt der BMW-Experte auch mit Blick auf die Zukunft überzeugt: „Leichtbau ist unabdingbar und spielt auch in Zukunft noch eine ganz entscheidende Rolle.“ Ingenieur Elend verdeutlicht das an einem einfachen Beispiel: Es ist physikalisch unstrittig, dass ein leichteres Fahrzeug besser und energieeffizienter beschleunigt. Die Rekuperation helfe zwar Energie zurückzugewinnen und dabei helfe Masse, doch Elend gibt zu bedenken: „Möchten Sie 135 Watt rekuperieren oder lieber 3 m vor einem Unfall zum Stehen kommen? Ich weiß, wofür ich mich entscheide an der Stelle.“ Leichtbau sei somit mehr, als nur Masse aus dem Fahrzeug zu nehmen. Leichtbau helfe bei vielen Disziplinen im Fahrzeugbau. Gerade in der Gießerei-Industrie seien in den letzten 20 Jahren signifikante Schritte nach vorne gemacht worden und die Entwicklung noch nicht am Ende. „Ich würde auch das Thema Aluminium-Druckguss nicht immer nur unter dem Aspekt Leichtbau sehen“, fordert Elend. Die VDI-Tagung habe viele Facetten gezeigt, wo Aluminium-Druckguss dabei helfe, Komplexität zu reduzieren, Eigenschaften und Funktionalität zu verbessern und vor allem den Systemgedanken voranzubringen: aus vielen kleinen Teilen ein großes Teil zu machen, das logistisch besser zu handeln und zu integrieren sei.

Gerd Krause, Mediakonzept, Düsseldorf



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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 8/2018 Seiten 120-122
© BDG, Düsseldorf
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v.l.n.r.: Moderator Prof. Dr.-Ing. Martin Fehlbier, GTK – Universität Kassel, Dr.- Ing. Hubert Koch, Trimet Aluminium, Dr.-Ing. Lutz Eike Elend, BMW, Dipl.- Ing. Ralph Wünsche, Samsung SDI Battery Systems, Prof. Dr.-Ing. Sven Roeren, Hochschule Landshut, Moderator Dipl.-Ing. Jean- Marc Ségaud, Leichtmetallgießerei BMW, Landshut.

FOTO: GERD KRAUSE