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Analyse

Deutsche Gussproduktion 2019 und Ausblick 2020

Nachdem das Jahr 2019 bereits von vielfältigen Unsicherheiten und instabilen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen geprägt war und sich die deutsche Industrie seit dem vierten Quartal 2018 in der Rezession befand, sah es noch zu Jahresbeginn nach einer Trendwende für 2020 mit in der Folge stabileren Geschäften aus. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in China und der nunmehr globalen Ausbreitung des neuartigen Krankheitserregers hat sich das Blatt gewendet und wird die Wirtschaft in den kommenden Monaten in Atem halten.

An dieser Stelle ein Hinweis: Über die Corona-Pandemie hinaus, gehen derzeit andere wichtige wirtschaftspolitische Themen in der breiten Öffentlichkeit und Medienlandschaft unter. Nichtsdestotrotz sollte man sie unbedingt weiter im Blick behalten. Zu den vielfältigen Unsicherheitsfaktoren, die sich auf die Investitionsneigung der Unternehmen auswirken, gehören: der Brexit, bestehende Handelskonflikte zwischen den Wirtschaftsmächten sowie Auseinandersetzungen im Nahen Osten (Saudi-Arabien und Russland) mit Unsicherheitssignalen bezüglich der Öl- und Gaspreise.

Bisher ist das Ausmaß der Pandemie nicht absehbar. Die Folgen für die Wirtschaft sind kaum zu prognostizieren und hängen stark von Länge und Tiefe der gesundheitlichen Schutzmaßnahmen ab. Wirtschaftsforschungsinstitute sehen deshalb unterschiedliche Szenarien als wahrscheinlich an. Werden Schutzmaßnahmen ab dem Sommer nach und nach gelockert, ist möglicherweise mit einer graduellen Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu rechnen. Spätestens im Jahr 2021 dürften Nachholeffekte die deutsche Wirtschaft ankurbeln. Nun zur Rückschau auf 2019: 

Die deutsche Gießerei-Branche schrumpfte im vergangenen Jahr um 8,9 % auf eine Gesamtproduktion (Fe und NE) von 4,950 Mio. t. Auch ihr Umsatz ging zurück – um 8,5 % auf 12,430 Mrd. Euro. Wie schon in den letzten Jahren zeigte sich eine heterogene Entwicklung in den einzelnen Werkstoffgruppen: Die Eisen- und Stahlgießer produzierten mit 3,805 Mio. t 10,6 % weniger als 2018. Moderater schrumpfte die Fertigung der Nichteisen-Metallgießer. 1,146 Mio. t bedeuten ein Minus von 2,6 %. Zur Einordnung: Der Rückgang gegenüber dem außerordentlich hohen 2018er Niveau ist zwar deutlich, doch entspricht die Produktion immer noch in etwa dem Level von 2010.

Auch 2019 war der Fahrzeugbau mit rund 60 % die mit Abstand wichtigste Abnehmerbranche der Gießerei-Industrie, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau mit 20 % der gesamten Gusskomponenten. Im Bereich der Sonstigen Gusskomponenten, auf die ebenfalls 20 Prozent entfielen, verbergen sich viele Teile für den Maschinenbau, da eine scharfe Abgrenzung z.B. zwischen Maschinenbau und Elektrotechnik nicht mehr möglich ist.

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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 04/2020 Seiten 48-50
© BDG, Düsseldorf
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Die Produktion von Guss in Deutschland ging 2019 deutlich zurück - insbesondere beim Eisenguss.

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