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G. A. Röders

Gussteile zur Lebensrettung

Die NE-Gießerei G. A. Röders beliefert die Drägerwerke in Lübeck mit dringend benötigten Gussteilen für Beatmungsgeräte. Die Produktion im niedersächsischen Soltau wurde Ende März im Eiltempo umgerüstet, um die Fertigung der erforderlichen Gussteile zu vervierfachen. Die hochmodernen Geräte von Dräger retten Leben und werden überall auf der Welt dringend gebraucht.

„Die Drägerwerke in Lübeck sind für uns ein alter Kunde, den wir schon seit drei Generationen bedienen“ so Geschäftsführer Gerd Röders. Dabei setzt die Gießerei auf Flexibilität, technische Kompetenz und ein Netzwerk von Zulieferern, um einbaufertige Produkte zu liefern. Die dringend benötigten Teile für die Beatmungsgeräte wurden innerhalb weniger Tagen in der Ausbringung vervierfacht.

„Immerhin produzieren wir noch in unseren beiden Werken in Soltau und Tschechien“, so Andreas Röders, Cousin von Gerd Röders und ebenfalls Geschäftsführer, zur aktuellen Lage des Unternehmens. Die Auftragszahlen zeigen allerdings überwiegend in eine Richtung – nach unten. „Besonders schwer trifft uns, dass die Automobilindustrie in den letzten Jahren durch mehrere Krisen gegangen ist“, ergänzt er. „Zunächst die Dieselkrise, dann die Zulassungsbeschränkungen der europäischen Union und zuletzt die überstürzte Einführung der Elektromobilität haben in der ganzen Zulieferindustrie zu erheblichen Verwerfungen geführt. Viele Gießer sind angeschlagen in diese neue Krisensituation gegangen.“

Das gilt auch für das zweite Standbein der Firma, die Flugzeugindustrie. Hier haben sowohl der Skandal bei Boeing und jetzt die weltweiten Einschränkungen des Flugzeugverkehrs, zu massiven Einbrüchen bei den Bestellungen geführt. Für Röders ist das ungewöhnlich, denn die Flugzeugindustrie hat sich in der letzten Krise stets als stabil gezeigt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat Röders neben der Zertifizierung für die Automobilindustrie auch eine Zertifizierung für den Flugzeugbau, fast schon ein Alleinstellungsmerkmal unter den Druckgießern. „Unsere Strategie sich breit aufzustellen, zeigt trotzdem jetzt ihre Vorteile.“

In den guten Zeiten suchen viele Gießer eher Kunden mit großen Serien, um durch hohe Produktionsmengen die Gewinne zu verbessern. Röders hingegen hat immer auch kleine Serien produziert, besonders in der Medizintechnik, dem dritten Standbein des Soltauer Unternehmens. Dieses Standbein sichert jetzt in der niedersächsischen Gießerei nicht nur Arbeitsplätze, sondern rettet auch Leben – in Deutschland und weltweit.

www.roeders.com


Die Beatmungsgeräte der Lübecker Drägerwerke sind auf Gussteile angewiesen. G.A. Röders hat die Produktion vervielfacht, um die Fertigung der weltweit benötigten Geräte zu erhöhen und damit Leben zu retten. (Foto: Drägerwerke)

Foto: Drägerwerke