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GIFA 2019

Mehr Qualität - Innovative Trends

Was bleibt von der Bright World of Metals mit ihrem Kern, der Leitmesse GIFA? Einen neuen Rekord an Besuchern gab es nicht, dafür setzte die Messe deutliche Trends für die Zukunft der Branche.

Messen vermelden gerne neue Rekorde für ihre wichtigsten Veranstaltungen. Insgeheim hatten die Macher wohl auf 80 000 Besucher für die fünf Tage der Bright World of Metals gehofft, was eine sanfte Steigerung zu 2015 gewesen wäre. Am Ende zählten GIFA, Metec, Thermprocess und Newcast offiziell 72 500 Besucher aus 118 Ländern. Weil das Messeticket Einlass zum gesamten Gelände ermöglicht und damit keine hallenweise Differenzierung ermöglicht, lässt sich der Besucherschwund von rund sieben Prozent nicht auf die einzelnen Messen herunterbrechen. Tröstlich: Quantität ist nicht alles.

„Die GIFA hat den Status der Weltleitmesse klar bestätigt“, ordnete GIFA-Präsident Heinz Nelissen die 2019er-Messe ein (siehe auch nachfolgendes Interview). Was sich tatsächlich auch an den offiziellen Zahlen festmachen lässt: So stieg der Anteil der internationalen Aussteller verglichen mit 2015 von 65 auf 70 Prozent, der Besucher von 62 auf 66 Prozent.

Die Gesprächspartner betonten gegenüber der GIESSEREI-Redaktion insbesondere einen Aspekt ihrer Kundenkontakte. „Wir hatten weniger Laufkundschaft – aber dafür mehr qualitativ hochwertige Kontakte“, bilanziert Till Schreiter, Geschäftsführer der Dortmunder ABP, die fünf Messetage. „Qualitativ hochwertig“ dürfte die meistgenannte Einschätzung der Messe sein. Zudem löste die GIFA ein Versprechen ein, das Nelissen im Vorfeld gegeben hatte, denn angekündigt war ein „Feuerwerk an Innovationen“. Nachfolgend lesen Sie die konkretesten Messetrends mit Beispielen.

Aussteller bestätigen auch den klaren Trend zur Automatisierung. Mehr Roboter als 2019 waren gewiss noch nie auf einer GIFA zu sehen – wenige Messestände verzichteten darauf. Die Anbieter verzeichnen entsprechend eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Industrierobotern. Dafür gibt es Gründe. Neben dem erwartbaren Argument der Produktivitätssteigerung treibt - insbesondere in der deutschen Gießerei-Industrie - ein weiterer Faktor die Entwicklung. „Fachkräftemangel und demografischer Wandel kommen zusammen“, analysiert Steffen Günther, Head of Business Development bei Kuka. Wer aus dem Berufsleben ausscheidet, könnte also künftig – vor allem bei einfachen Arbeiten - von einer Maschine ersetzt werden. Besonders gut läuft zum Beispiel die sogenannte Pre Machining Cell, ein Roboter, der einen Bearbeitungsschritt an Gussteilen ausführt, bevor diese zur CNC-Bearbeitung kommen.

Die Digitalisierung ist bei den Blechkameraden übrigens schon integriert. Zieht einer der Roboter-Motoren mehr Strom, wird das vom System erkannt. Auch Vorhersagen zum Verschleiß und zur Planung von Wartungsintervallen sind möglich.

Speziell in Märkten mit hohen Energiekosten – ganz besonders also Deutschland – rückt auch der Stromverbrauch der Maschinen zunehmend in den Fokus der Entwicklung. Kuka wirbt gezielt mit den bis zu 40 Prozent Stromverbrauchsminderung bei seiner SKT 22. In der Presse, die zur Entgratung von Druckgussteilen eingesetzt wird, kommen an Stellen bedarfsgerecht geregelte Elektromotoren zum Einsatz, wo bislang Hydraulik arbeitete. Die neue Technik ist nicht nur sparsamer, sondern auch schneller. Auffallend ist hier und bei vielen anderen Maschinenbauern der zunehmende Einsatz der standardisierten digitalen Schnittstelle OPC-UA – damit stehen der Digitalisierung der modernen Gießereitechnik nun alle Türen offen.

 
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pdf-Datei aus "GIESSEREI" Heft 7/2019 Seiten 7-15
© BDG, Düsseldorf
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